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Könnten Hotels erzählen, hätten sie sicher einiges zu berichten. Von den ersten Automobilen am Stilfser Joch, einem späteren Papst auf Sommerfrische und zwei Schwestern, die für ihren Traum vom eigenen Gasthaus vor Gericht zogen. Von Gesundheitsideen, die nach 120 Jahren Longevity heißen, und einem Picasso an der Bar. Hinter all dem stehen Menschen, die ihre Häuser geprägt, bewahrt und immer wieder weitergedacht haben. Denn Geschichte ist doch am spannendsten, wenn sie nicht stehen bleibt.

Boutique Hotel Eisenhut, Bozen
Historische Wurzeln, buchstäblich am Zahn der Zeit
Die Geschichte des Vier-Sterne-Boutiquehotel Eisenhut mitten in der Bozner Altstadt reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Einst als Gasthof geführt, trägt das Haus seit mehr als 730 Jahren den Namen „Eisenhut“. Dieser geht auf einen mittelalterlichen Helm zurück, der bis heute als Symbol erhalten ist. Und es gab Zeiten, da bekamen Gäste hier mehr als Kost und Logis: 1925 konnten sie laut einer Anzeige in den „Bozner Nachrichten“ für 25 Lire künstliche Zähne erwerben. 2023 haben die Südtiroler Hoteliersfamilien Sanoner und Prast das Haus in der Bindergasse neu belebt. Seine denkmalgeschützten Fassaden erinnern an die lange Vergangenheit, im Inneren bestimmen heute modernes Design und lichtdurchflutete Räume das Bild. Begrünte Balkone schaffen kleine Rückzugsorte mitten in der Stadt, nah zur Natur. Oder, wie das Eisenhut sein heutiges Lebensgefühl auf den Punkt bringt: „Kulturluft schnuppern, Berge spüren und Ruhe finden in Bozen.“

Parkhotel Holzner, Oberbozen
Päpstlich erprobt und seit 1908 in Bestform
Eugenio Pacelli wusste schon 1923, wo es sich gut Urlaub machen lässt. Der spätere Papst Pius XII. verbrachte damals den Sommer im Parkhotel Holzner auf dem Rittner Hochplateau. Zu diesem Zeitpunkt war das Haus gerade einmal 15 Jahre alt. 1908 im Zuge des Baus der Rittnerbahn im alpinen Jugendstil errichtet, wurde es 1911 von Hans und Maria Holzner gekauft. Heute führt es die Familie in vierter Generation. Originale Thonet-Stühle, Jugendstil-Leuchter und mit Antiquitäten eingerichtete Zimmer im Haupthaus erinnern an die Anfänge. Über die Jahre wurde das historische Hotel immer wieder erweitert und zeitgemäß interpretiert. Zuletzt setzte das Südtiroler Architektenduo BergmeisterWolf mit den modernen Eden-Suiten im Park einen bewussten Kontrapunkt zum historischen Haupthaus. Heute bietet das Parkhotel Holzner Spa, Infinitypool, ein umfangreiches Familienangebot und eine vielfach ausgezeichnete Küche. Geschichte darf schließlich auch komfortabel sein!

DAS SCHLÖSSL am Reschensee
Vom Baujahr 1903 zum Comeback 2026
Mehr als 120 Jahre hat DAS SCHLÖSSL am Ufer des Reschensees bereits erlebt. Gastgeberfamilie Gerstl hat das 1903 erbaute Haus gemeinsam mit Architekt Jürgen Wallnöfer behutsam modernisiert und im Juli 2026 neu eröffnet. Originale Öfen und weitere Details aus früheren Zeiten treffen heute auf Holz, natürliche Materialien und modernen Wohnkomfort. Drei großzügige Suiten mit Garten, Terrasse oder Balkon bieten viel Platz für gemeinsame Urlaubstage mit Familie und FreundInnen und zugleich genügend Privatsphäre. Draußen öffnen sich die Blicke auf den See und die Vinschger Bergwelt. Wanderwege und alpine Natur beginnen vor der Haustür. Historisch. Privat. Mit Freiraum und dem Hotelkomfort der nah gelegenen Gerstl-Häuser inklusive.

Schwarzer Adler, Sterzing
800 Jahre und kein bisschen von gestern
Mehr als 500 Jahre Gastlichkeit beginnen mit einem Stück Papier: 1524 erhielt der Schwarze Adler am Sterzinger Stadtplatz das Gastrecht. Das Gebäude selbst blickt auf rund 800 Jahre Geschichte zurück. Nach zweijähriger, aufwendiger Sanierung eröffnete das denkmalgeschützte Haus Ende 2024 neu – als modernes Concept Living Hotel mit 28 individuell gestalteten Studios. Historische Fresken, Holzbalken, Bögen und Treppen blieben erhalten und treffen heute auf schlicht-elegantes Design. In einer Suite steht noch der originale Kachelofen des einstigen Wirtsraums. Selbst der frühere Luftschacht bekam eine neue Aufgabe: In dem 7,70 Meter hohen Raum schwebt heute eine finnische Glaskubus-Sauna. Und draußen? Liegt mit Zwölferturm, Altstadt und Wipptaler Bergwelt das Beste aus Stadt und Natur direkt vor der Tür.

Il Borgo del Balsamico, Reggio Emilia
Von bewegten Zeiten zu Entspannung und Genuss
Die Wurzeln der Villa Rossi, des historischen Herzstücks des Borgo del Balsamico, reichen vermutlich bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Heute dreht sich auf dem Anwesen mit weitläufigem Park, alten Bäumen und Pool alles um Ruhe, Genuss und Aceto Balsamico Tradizionale. Gäste wohnen in der historischen Villa und erfahren in den alten Essigkellern, warum guter Balsamico vor allem eines braucht: Zeit. Doch die Villa hat auch andere Tage erlebt. Im Zweiten Weltkrieg befand sich hier ein Kommando der deutschen Wehrmacht, das im März 1945 bei der „Operazione Tombola“ von britischen Fallschirmjägern und italienischen Partisanen angegriffen wurde. Ein neues Kapitel begann im Jahr 1970, als die Familie Crotti das Anwesen übernahm und auf dem Gut mit der Herstellung von Balsamico-Essig begann. Die Familie war bereits unternehmerisch tätig und führte damals Maska, ein Unternehmen für Damenbekleidung. Cristina und Silvia setzten später die Balsamico-Tradition der Familie fort und entwickelten daraus das heutige Borgo.

Hotel Bella Vista, Trafoi
Ein Traditionshaus in Bewegung
Erst kamen Pferdekutschen, später erste Automobile: Seit 1875 steht das Bella Vista in Trafoi am Fuße des Stilfser Jochs. Reisende machten hier Station, bevor sie über den Pass weiterreisten. Zwei Portale führten ins Haus – eines für die Menschen, das andere für die Pferde. Später erprobten Pioniere wie Gottlieb Daimler, Ferdinand Porsche und Enzo Ferrari ihre Fahrzeuge auf den Serpentinen. Familie Thöni führt das Bella Vista in sechster Generation. 150 Jahre nach der Eröffnung gewann sie einen Südtiroler Stararchitekten für die Neuausrichtung ihres Hauses. Matteo Thun und Skilegende Gustav Thöni kennen sich seit Jugendtagen und sind der Bergwelt rund um den Ortler eng verbunden. Inspiriert von der Landschaft und den Adlern über den steilen Hängen entwarf Thun das neue „Nest“. Der leichte Holzbau mit 24 Suiten, schönem Wellnessbereich und großen Glasflächen öffnet sich zur Natur. Fest verwurzelt, denkt Familie Thöni das Bella Vista weiter.

Romantik Hotel Turm, Völs am Schlern
Historische Mauern mit Sinn für große Kunst
Ein Picasso an der Bar? Im Romantik Hotel Turm gehört Kunst zum Urlaub dazu. Rund 2.000 Ölbilder, Aquarelle und Lithografien verteilen sich über das gesamte Haus, darunter Werke von Joseph Beuys, Oskar Kokoschka, Otto Dix und Giorgio de Chirico. Die außergewöhnliche Sammlung geht auf Karl Pramstrahler zurück, Kunstliebhaber und Vater des heutigen Gastgebers Stephan. Den über 800 Jahre alten Rahmen bilden ein Turm aus dem 13. Jahrhundert, das Kraiterhaus mit Rundturm, der Eulenturm und das Wagenhaus. Umgeben von jahrhundertealten Mauern, Gemälden und Objekten wohnen Gäste hier in modernen Zimmern und Suiten. Dazu kommen Wellness mit weitem Blick auf den Schlern und eine ausgezeichnete Küche. Das Ergebnis? Ein unverwechselbares Gesamtkunstwerk für unbeschwerten Urlaub in Südtirol.

Bio Berghotel Ifenblick, Balderschwang
Seit Generationen Frauensache
Ein paar Zimmer, Gemeinschaftsbad und Natur pur vor der Tür: Als die Großeltern der heutigen Gastgeberinnen Bianca Schießl und Nina Meyer in den 1930er-Jahren eine einfache Wanderhütte errichteten, war vom heutigen Bio Berghotel Ifenblick noch wenig zu erahnen. Über die Jahrzehnte wuchs das Haus – und blieb in weiblicher Hand. Erst führte die Großmutter den Betrieb, später Tochter Sonja, heute steht mit der Enkelin Bianca Schießl die dritte Generation an der Spitze. Seit 2014 ist das Ifenblick zertifiziertes Biohotel. 2025/2026 folgte der jüngste große Entwicklungsschritt mit neuen Zimmern, Panorama-Spa und Infinitypool samt Alpenblick. Auch kulinarisch prägt eine Frau das Haus und macht die weibliche Führung komplett: Nina, Finalistin von „The Taste“, steht als Küchenchefin für konsequente Bio-Küche. Aus der einfachen Hütte ist ein modernes Berghotel geworden. Frauensache ist es geblieben.

Bühelwirt, Ahrntal
Die „alte Dame“ und der Mut zum Neuen
Für ihren Traum vom eigenen Gasthaus mussten die Schwestern Agnes und Notburga Steger 1910 erst einmal vor Gericht ziehen. Bis vor das Innsbrucker Landesgericht kämpften die beiden um die Genehmigung für einen Gasthof mit Dorfladen – und bekamen Recht. Agnes war die Urgroßmutter der heutigen Gastgeberin Michaela Haller. Mehr als 100 Jahre später führt sie den Bühelwirt gemeinsam mit ihrem Mann Matthias. Das historische Stammhaus nennt sie liebevoll die „alte Dame“. 2017 stellten die Eheleute ihr einen markanten schwarzen Neubau aus der Feder des Architektenduos Pedevilla zur Seite: Im Inneren treffen Lärchenholz aus den umliegenden Wäldern und lokaler Loden auf puristisches Design. Große Fenster öffnen den Blick ins Ahrntal. Mut zum Neuen hat beim Bühelwirt schließlich Tradition.
www.buehelwirt.com / www.ahrntal.com

Tannerhof, Bayrischzell
Was heute Longevity heißt, hat hier 120 Jahre Tradition
1905 gründete der Lungenarzt Christian von Mengershausen den Tannerhof als Kurheim für Naturheilverfahren. Frische Bergluft, Bewegung und Einfachheit galten als Medizin, „Zurück zur Natur“ als Leitmotiv der Lebensreformbewegung. Seit den 1930er-Jahren gehört auch das Heilfasten nach Otto Buchinger zum Haus. Heute führt Ärztin Burgi von Mengershausen den Tannerhof gemeinsam mit Sohn Jonas in vierter Generation – vieles von damals ist hochaktuell. „Was heute Longevity heißt, machen wir seit Generationen“, sagt die Gastgeberin. Auch architektonisch wird behutsam weitergebaut. Alte Tann, Neue Tann, Lufthütten und das Saunahaus von 1936 blieben erhalten. Architekt Florian Nagler ergänzte das Ensemble um moderne Hüttentürme am Hang. 2025 kam die neue Badeharpfe mit 25-Meter-Naturpool und Panoramasauna hinzu. Bei allem Wandel konzentriert sich der Tannerhof weiterhin auf das Wesentliche: Natur, Gesundheit und bewusste Reduktion.
Weitere Auskünfte
Susanne Knobloch
Mobil: +49 (0) 160 9327 1090
E-Mail: knobloch@girasole-pr.de
