Im Ahrntal prägen Berge, Almen und traditionelle Landwirtschaft den Geschmack. Zwischen über 80 Dreitausendern leben Handwerk und Herkunft bis heute in vielen regionalen Spezialitäten weiter. Im Sommer verwandelt die „Tauferer Straßenküche“ Sand in Taufers in eine Genussmeile, im September feiern die „Ahrntaler Graukäsetage“ DAS Produkt der Region. In Hofkäsereien und kleinen Manufakturen entstehen Käse, Butter, Bier und andere Spezialitäten. Persönlichkeiten wie Käse-Sommelier Martin Pircher, Spitzenköchin Tina Marcelli und Hotelier Stefan Fauster geben ihre kulinarische Leidenschaft in Podcasts, Kochkursen und Projekten weiter. Und wer Graukäsesuppe, Schlutzkrapfen oder Erdäpfelblattlan probiert, versteht schnell: Im Ahrntal schmeckt Südtirol besonders ehrlich.
Weitere Informationen: www.ahrntal.com

Genussfeste…: Tauferer Straßenküche und Ahrntaler Graukäsetage
Im Ahrntal hat Kulinarik ihren festen Platz im Kalender. Seit 30 Jahren verwandelt die Tauferer Straßenküche die Gassen von Sand in Taufers an acht Dienstagabenden im Juli und August in eine lebendige Genussmeile. Die Jubiläumsausgabe 2026 startet am 7. Juli. Von 18 bis 22 Uhr treffen regionale Spezialitäten auf kreative Streetfood-Rezepte. Dazu kommen Musik, Handwerkskunst, Podcasts, Kinderanimation und eine festliche Eröffnung. Im Mittelpunkt stehen Produzent:innen, Köch:innen und Gastgebende, die zeigen, wie viel Geschmack in den Produkten des Tals steckt. An diesen Abenden lautet das Programm für Bewohner:innen und Gäste: Flanieren, Probieren und in den Köstlichkeiten der Region schwelgen. Nur einen Monat später, bei den Ahrntaler Graukäsetagen vom 5. bis 20. September 2026, rückt ein anderes typisches Erzeugnis ins Rampenlicht: der Graukäse. Seit 2003 ist das würzige Produkt aus Sauermilch von Slow Food als schützenswerte traditionelle Spezialität anerkannt. Bis heute entsteht der Graukäse auf Höfen und Almen in Handarbeit. Während des Events lassen Produzent:innen sich beim „Kasn“ über die Schulter schauen, Restaurants servieren die Spezialität pur, als Suppe, in Knödeln oder in kreativen Interpretationen. Höhepunkt ist das Graukäsefest mit Käse- und Bauernmarkt, Vergleichsverkostung, Jurybewertung, Prämierung des besten Ahrntaler Graukäses und einem fünfgängigen Erlebnismenü. Alles Käse? Hier ist das ein großes Kompliment.

… und Genussbotschafter:innen: Podcasts, Projekte und Persönlichkeiten für kulinarische Impulse
Was macht das Ahrntal aus? Wie schmeckt Graukäse richtig? Und warum spielen Herkunft und Natur in der Küche der Region eine so große Rolle? Antworten darauf liefert der Podcast „Hoila“, in dem Menschen zu Wort kommen, die das Ahrntal durch ihre Arbeit, ihre Ideen und ihre Begeisterung prägen. In den Gesprächen geht es neben Natur, Kultur und Alltagsleben immer wieder auch um die kulinarische Seite des Tals. Zu den bekanntesten Stimmen gehört der Ahrntaler Käse-Sommelier Martin Pircher. Als er den Supermarkt seiner Eltern in Sand in Taufers übernahm, wollte er den Kund:innen einen echten Mehrwert bieten – und nahm 132 verschiedene Käsesorten ins Sortiment auf, darunter natürlich auch der Graukäse. Heute gilt er als einer der wichtigsten Botschafter des Ahrntaler Käses und erzählt im Podcast von der Liebe zum Tal, der Kraft kleiner Veränderungen und der großen Wirkung kleiner Laibe. Auch die Südtiroler Spitzenköchin Tina Marcelli steht für eine neue Generation alpiner Küche. Für ihre Arbeit wurde sie bereits unter anderem mit dem Grünen Michelin-Stern und vier Hauben im Gault&Millau 2026 ausgezeichnet. Im Podcast spricht sie darüber, warum sie Kaffee aus Löwenzahn macht, wie eng Nachhaltigkeit und Geschmack zusammenhängen und weshalb sie besonders gerne mit Kindern kocht. Dass Genuss im Ahrntal auch nachhaltig gedacht wird, zeigt das Projekt „taufrisch“. Initiiert von Stefan Fauster vom Drumlerhof, bauen Hoteliers, Bauern und Bäuerinnen sowie Menschen aus dem Tal bei Sand in Taufers gemeinsam mehr als 300 Gemüse- und Kräutersorten an. Was auf den Feldern wächst, landet direkt auf den Tellern der Umgebung. Das stärkt regionale Kreisläufe und bringt Landwirtschaft und Gastronomie auf neue Weise zusammen.

Nicht alles ist Käse…: Hier schmeckt Gutes aus Milch nach Höhenluft
Viele Spezialitäten des Ahrntals entstehen dort, wo Almwiesen, Handwerk und Familiengeschichten aufeinandertreffen. Hoch oben in Kasern, auf 2.018 Metern, liegt so ein Ort: die Tauernalm der Familie Ludwig. Seit 1851 befindet sie sich in Familienbesitz. Während der Sommermonate stellen Monica Enz Ludwig und ihre Töchter hier traditionellen Graukäse selbst her. In der gemütlichen Stube und auf der Sonnenterrasse vor dem Panorama der Zillertaler Alpen kommen herzhafte Knödel, Brettljausen und Verkostungsbrettl mit verschiedenen Almkäsen auf den Tisch. Auch die Nevesalm am Neves-Stausee verbindet eindrucksvolle Landschaft mit Handarbeit. Vor der Kulisse mächtiger Dreitausender produzieren Mutter Agnes und Sohn Manuel Laner Graukäse sowie kreative Sorten von Schnitt- und Weichkäsen aus Kuh- und Ziegenmilch. Besonders beliebt bei Wandernden und Tagesgästen: das Käsebrettl mit den hausgemachten Spezialitäten, die größtenteils direkt auf der Alm verkauft werden. Wie viel Können in den Produkten des Tals steckt, zeigt auch die Hofkäserei Hochgruberhof auf 1.650 Metern. Aus der Heumilch von 15 Pinzgauer Kühen entstehen hier Käse, Naturjoghurt, Bauernbutter und feine Süßigkeiten aus Molke. Die Rezepte vieler Spezialitäten stammen noch von Großmutter Anna – dazu zählen der würzige, parmesanartige Hochgruber Bergkäse oder das „Kräuterkörbl“, ein cremiger Weichkäse mit Petersilie, Dill, Sellerie, Kerbel und Basilikum. Besonders charaktervoll schmeckt auch der „Nussila“, verfeinert mit gerösteten Walnüssen und einem Hauch Nusslikör. In der Käserei Eggemoa in Mühlwald verarbeitet Michael Steiner die Rohmilch seiner Braunvieh-Kühe zu köstlichen Käsen mit Aromen von Wald, Kräutern und Berglandschaft. Gemeinsam mit seinen Eltern entwickelte er Sorten wie den „Larix“, affinert mit gerösteten Lärchennadeln, oder den in Fichtenrinde gereiften „Silva“, der intensiv nach Wald und Harz schmeckt. Verarbeitet werden ausschließlich heimische Zutaten wie Alpenkräuter, Wacholderbeeren oder Lärchen. Bei Verkostungen und dem „Forest Picnic“ mitten in der Natur erleben Gäste, wie eng Käse, Landschaft und Handwerk im Ahrntal miteinander verbunden sind.
… auch das Bier hat Bergcharakter: Die flüssige Seite der Region
Dass man im Ahrntal nicht nur Käse kann, zeigt die Brauerei gustAhr in St. Johann. Dort entstehen handwerkliche Biere mit regionalem Charakter. Verarbeitet werden beste Zutaten, darunter Südtiroler Gerste und Ahrntaler Zirben. Brauer Carlo Castlunger, früher viele Jahre Chefkoch, verbindet beim Brauen Erfahrung, Kreativität und Leidenschaft. Sorten wie das hopfenbetonte „Zirbans“ mit Zirbennote, das malzbetonte Märzen „Kupfrans“, das naturtrübe Weißbier „Goldans“ oder das harmonische „Hellis“ zeigen, wie vielseitig Bier schmecken kann. Wer tiefer eintauchen möchte, besucht die Brauerei bei Führungen und Degustationen.

Tischlein deck dich: Vom Fine Dining bis zur Kräuterküche
Seit ihrer Neueröffnung am 16. Mai 2026 bringt die Ritterschänke auf Burg Taufers frischen kulinarischen Wind in historische Mauern. Unter der Leitung von Spitzenköchin Tina Marcelli treffen hier traditionelle Südtiroler Gerichte, regionale Erzeugnisse und modern interpretierte Klassiker aufeinander. Die Atmosphäre der rund 800 Jahre alten Burg macht die Ritterschänke dabei weit mehr als nur zu einem Restaurant: Sie vereint den Ausflug mit Geschichte und einzigartigen Geschmackserlebnissen. Lokale Zutaten, kurze Wege und eine ehrliche Küche stehen im Restaurant Drumlerstuben des Drumlerhof in Sand in Taufers im Mittelpunkt. Vieles stammt vom eigenen Bio-Hof, aus dem Gemeinschaftsprojekt „taufrisch“ oder direkt von Produzent:innen aus dem Ahrntal. Das Brot ist hausgemacht, gekocht wird ohne industrielle Fertigprodukte und unnötigen Schnickschnack. Statt Buffets setzen die Juniorchefinnen Franzi und Emma bewusst auf frisch servierte Gerichte und saisonale Zutaten. Auch vegetarische und glutenfreie Optionen spielen eine wichtige Rolle. Seniorchefin Ruth entwickelt sämtliche Gerichte für Gäste mit Unverträglichkeiten selbst. Auch industrielle Softdrinks sucht man in den Drumlerstuben vergeblich – dafür stehen hausgemachte Alternativen wie der Cola-Kraut-Drink auf der Karte. Noch ein Stück näher an die Natur rückt die Küche im Kräuterrestaurant Arcana in Ahornach. Der Name geht auf den Naturarzt Paracelsus zurück, der mit „Arcanum“ die verborgene Heilkraft von Pflanzen und Kräutern beschrieb. Wildkräuter, Gebirgspflanzen und altes Heilwissen prägen dort die Küche und verleihen ihr wohltuende Leichtigkeit. Das Ahrntal kann deftige Brettljausen – im Arcana zeigt es feine Aromen.

Lust mitzumachen?: Kochkurse vor Ort & Rezepte für zu Hause
Tiefere Einblicke in die alpine Handschrift von Haubenköchin Tina Marcelli bieten Kurse in ihrer Kochschule „Genussmomente“. Dort vermittelt sie ihr Wissen über moderne, nachhaltige Alpenküche, regionale Zutaten und handwerkliche Techniken. Gemeinsam entstehen traditionelle Gerichte ebenso wie kreative Neuinterpretationen, die anschließend zusammen verkostet werden. Zur Genusswelt gehören außerdem Hausgemachtes im Onlineshop, darunter fermentierte Spezialitäten, Saucen, Gewürzmischungen und sorgfältig ausgewählte Lebensmittel kleiner Produzent:innen, die Tina Marcelli persönlich kennt. Und auch zu Hause lässt sich das Ahrntal weiterentdecken: Auf der Website „Di Teldra Köscht – So kochen die Ahrntaler“ finden sich zahlreiche Rezepte aus der Region, darunter Ahrntaler Krapfen mit Spinat-, Topfen- oder Sauerkrautfüllung sowie Tina Marcellis cremige Graukäsesuppe mit Schwarzbrot.
Graukäsesuppe mit Schwarzbrot nach Tina Marcelli
Zutaten für 4 Personen:
- 100 g Graukäse
- 30 g Lauch
- 40 g Zwiebeln
- 30 g Butter
- 1 EL Mehl
- 125 ml Weißwein
- 600 ml Fleischsuppe
- 150 ml Sahne
- 50 ml geschlagene Sahne
- 1 TL Schnittlauch
- 40 g Schwarzbrotwürfel
Zubereitung:
Graukäse in Würfel schneiden. Lauch und Zwiebeln fein würfeln und zusammen mit der Butter glasig dünsten. Mehl dazugeben, glattrühren und mit Weißwein ablöschen. Anschließend Fleischsuppe und Sahne hinzufügen, mit Salz und Pfeffer würzen und kurz aufkochen lassen. Den Käse beigeben und leicht köcheln lassen. Danach die Suppe fein pürieren. Schwarzbrotwürfel in einer Pfanne ohne Fett rösten. Die Graukäsesuppe mit geschlagener Sahne, Schnittlauch und den gerösteten Schwarzbrotwürfeln anrichten.
